Lehrgang Patientengerechte Rettung am 05.09.2009 in Altenplos

In der Einsatzpraxis der Feuerwehr entfallen statistisch auf einen Brand vier Technische Hilfeleistungen, darunter eine enorme Vielzahl an zum Teil schwersten Verkehrsunfällen. Aufgrund dessen ist eine realitätsnahe praktische Aus- und Fortbildung heutzutage unverzichtbar.

Diesem Ziel hat sich die Ausbildungsinspektion der Feuerwehren des Landkreises Bayreuth verschrieben, unter deren Regie am Samstag ein ganztägiger Lehrgang zum Thema «Patientengerechte Rettung» in Altenplos stattfand. Insgesamt beteiligten sich 22 Teilnehmer aus den Wehren Altenplos, Creußen, Glashütten, Hauendorf, Lehen, Leisau, Neunkirchen, Plech und Stockau.

Da bei dieser Sonderausbildung die Praxis im absoluten Vordergrund steht, nehmen seit Jahren auch Kräfte des Bayerischen Roten Kreuzes teil. Durch das direkte Zusammenarbeiten beider Organisationen und dem daraus resultierenden Lerneffekt werden technische Rettung und Notfallmedizin optimal vereint.

KBI Harald Schöberl, Leiter der Ausbildungsinspektion, referierte im über das richtige Vorgehen bei Verkehrsunfällen und berichtete unter anderem über neue Fahrzeugkonstruktionen, welche zwar zum einen die Zahl der Verkehrstoten stetig senken, zum anderen aber auch die Feuerwehren vor immer neue Herausforderungen stellen.

KBM Heiko Rauh erläuterte die zunehmende Relevanz einer lückenlosen Einsatzdokumentation. Gleichzeitig machte er deutlich, dass für einen reibungslosen Einsatzablauf sowohl eine zügige Lagefeststellung als auch kontinuierliche Lagemeldungen an die Leitstelle unerlässlich sind. Lehrrettungsassistent Martin Kraus stellte das sogenannte «Ping-Pong-Prinzip» vor, das die Zusammenarbeit von Rettungsdienst und Feuerwehr versinnbildlicht.

Dieses wurde in der Fahrzeughalle des Altenploser Feuerwehrhauses näher veranschaulicht, indem eine verletzte Person Schritt für Schritt und unter kombinierter Vorgehensweise aus einem PKW gerettet wurde.

Der Nachmittag hatte es dann für die Teilnehmer in sich. Bei einem simulierten Verkehrsunfall zwischen zwei Fahrzeugen wurden insgesamt sechs Personen eingeklemmt und dabei schwer verletzt. Einsatzleiter war Kommandant Oliver Becker von der Feuerwehr Glashütten.

Durch geschickt eingestreute Zwischenfälle, beispielsweise das anschließende Verunglücken eines Motorradfahrers im Stauende oder das plötzliche Auftauchen von Angehörigen der Verunfallten wurde der Spannungsbogen der Teilnehmer über lange Zeit aufrechterhalten.

Bei der Manöverkritik, bei der insbesondere Markus Ruckdeschel die verschiedenen Arbeitsweisen und Blickwinkel der beiden Organisationen Revue passieren ließ, waren sich alle Beteiligten einig, dass eine Ausbildung «Hand in Hand» auch künftig weitergeführt werden muss.

(Text aus den Nordbayrischen Nachrichten vom 08.09.2009)