Großübung von elf Wehren in Spies am 04.05.2008
Zwölf Feuerwehrfahrzeuge, dazu drei Traktoren mit Löschanhängern, mehr als 100 Feuerwehrleute, hunderte Meter Schlauchmaterial, mehrere Motorpumpen, mehrere Atemschutzträger und Rettungssanitäter vom ASB Velden - das alles kam bei der Frühjahrsübung in Spies zusammen.

Zehn Wehren aus dem Raum Betzenstein/Plech und die Wehr von Ittling aus dem Landkreis Nürnberger Land waren im Einsatz, um hoch oben im Anwesen von Stefan Ziegler einen angenommenen Brand zu löschen und Menschen zu retten. Den Plan hatte Kommandant Martin Tauber mit seinen Leuten ausgeheckt. Bei der Schlussbesprechung dankte Kreisbrandmeister Werner Otto nicht nur ihm für die viele Arbeit bei der Vorbereitung, sondern auch den Wehren für ihren guten Einsatz.

Die Kommandanten wussten von der Übung, ihre Mannschaften aber nicht, so dass alles äußerst realistisch ablief. Außerdem blieben diesmal Sirenen oder Martinshörner aus, die «stumme Alarmierung» funktionierte vor allem über Handys. Die Rückmeldungen trafen größtenteils ein. Diese «stumme Alarmierung» gibt es seit Januar. Der Versuch jetzt zeigte den Kommandanten, dass man sich auf sie verlassen kann.

Angenommen wurde der Scheunenbrand im Anwesen Ziegler. Weil dort ein Verletzter gemeldet wurde, alarmierte man auch den ASB Velden. Die Tanklöschfahrzeuge konnten zwar schon kurz nach ihrem Eintreffen mit dem «Löschen» beginnen, doch mit dem eigenen Wasser und dem Anschluss an den Hydranten war dem «Großbrand» nicht beizukommen.

Daher musste vom «Plärrer» den steilen Berg hinauf eine Schlauchleitung verlegt werden. Vor allem die kleinen Wehren waren hier gefordert. Sie benötigten nur wenige Minuten, bis die Wasserförderung beginnen konnte. Damit der Wasserdruck auch oben ankam, wurde eine Pumpe zwischengeschaltet.

Aus der alten Scheune drang dunkler Rauch (er kam von einer Nebelmaschine) und die Aufgabe der Atemschutzträger aus Betzenstein, Ottenhof und Plech war es, drei vermisste Personen zu bergen. Sie machten ihre Sache gut. Doch dann kam ein neuer Alarm: Der Funkkontakt zu einem Atemschutzträger war abgerissen. Auch dieser Mann wurde gerettet.

Einen Bauer retten

Inzwischen musste der ASB unter der Scheune einen Traktorfahrer aus seiner misslichen Lage befreien. Dies gelang zwar - auch mit Hilfe der Feuerwehr -, doch im Ernstfall hätte man hier auch schneller arbeiten können, meinte KBM Otto bei der Manöverkritik. Dann wäre der Traktor sicherlich schnell ins Freie gezogen. Allerdings hätte man ihn dann beschädigt, denn er war teilweise «aufgebockt».

Nach einer Stunde war alles vorbei, die Wehren mussten wieder Hunderte von Metern an Schlauch aufrollen. Sie verstauten das übrige Material in ihren Fahrzeugen und konnten dann zur Schlussbesprechung abrücken. Dort bekam jede Wehr Schnittschutzhosen in verschiedenen Größen überreicht - eine Spende von den Firmen «Reifen-Service Jürgen Tauber» aus Spies und «Gartenbau Manfred Meßner» aus Illafeld. Dafür gab es ein dickes Danke. Kritik erfolgte nur wenig, wie Einsatzleiter Martin Tauber und Werner Otto am Schluss der Übung feststellten. Wichtig war es dem KBM, dass die Alarmierung sehr gut verlief und die «funkmäßige Abwicklung» der Übung sehr gut klappte.

Eines habe jedoch nicht geklappt, nämlich die obere Ringstraße in Spies freizuhalten. Im Ernstfall, so Otto, müsse man dort Verkehrsposten aufstellen. Er dankte allen Wehren für ihre gute Arbeit und freute sich, dass das für die Frühjahrs-Großübung bestellte Wetter tatsächlich eintraf.
(Text aus den Nordbayerischen Nachrichten vom 06.05.2008)
 
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