Geschichte
Bis zur Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Plech im Jahr 1865 war der Feuerschutz in der Marktgemeinde auf Gemeinschaft und Nachbarschaftshilfe aufgebaut. Als Löschgeräte dienten Segeltucheimer, Hakenleitern und Feuerhaken. Das Löschwasser wurde den Ortsweihern und Hüllen entnommen. Erst als im Jahr 1865 im Anwesen des Bauern Herzog am östlichen Ortsausgang Feuer ausbrach, und die damaligen primitiven Löschgeräte zur Bekämpfung nicht ausreichten, wurde die Gründung einer „Freiwillige Feuerwehr“ in die Tat umgesetzt. Zehn beherzte Männer aus den Reihen der damaligen Turnerschaft riefen sie ins Leben. Konrad Eberhardt war der erste Kommandant der ersten Freiwilligen Feuerwehr im ehemaligen Landkreis Pegnitz. Zum Aufbewahren der Gerätschaften diente eine Scheune, dass so genannte Leiternhaus, in der Hauptstraße.

Feuerwehrhaus 1865

Die Organisation war damals schon straff, und die Wehrmänner waren zur Teilnahme an den Übungen verpflichtet. Zur Steigerung ihrer Leistungsfähigkeit schafften sich diese ersten Wehrmänner aus eigenen Mitteln im Jahr 1871 die erste Feuerlöschspritze an.
Spritze 1871

Als 1880 in der Brunnengasse, angeblich durch Brandstiftung verursacht, drei Häuser und drei Scheunen in Flammen standen, und ein Todesopfer zu beklagen war, kam sie erstmalig zum Einsatz. Die Löscharbeiten konnten mit Hilfe der neuen Spritze in kurzer Zeit durchgeführt werden.
Da die Häuser in dieser Zeit jedoch durchwegs mit Stroh gedeckt waren, war die Feuergefahr nach wie vor groß. Die größte Schwierigkeit war dabei immer die Herbeischaffung des notwendigen Löschwassers. Das zeigte sich besonders bei einem Großbrand im Jahr 1881 in der vorderen Badgasse, als elf Häuser und sieben Scheunen ein Raub der Flammen wurden. Obwohl im Jahr vorher von der Gemeinde eine zweite große Handspritze angeschafft worden war, konnte das Feuer nicht restlos bekämpft werden, weil die Herbeischaffung des Wassers mit zu großen Schwierigkeiten verbunden war. 
Spritze 1880


1892 brannte das Gasthaus „Weißes Lamm“ wegen der Unvorsichtigkeit der Dienstboten nieder, aber durch den tatkräftigen Einsatz der Wehr konnte ein Übergreifen des Feuers auf die Nachbarhäuser verhindert werden. Weitere Einsätze der Wehr erforderten die Gebäudebrände in den Jahren 1900, 1908 und 1910. Als Kommandanten nach der Gründung waren Georg Herzog, Johann Wagner, Lorenz Heckel, Lorenz Eberhardt und Hans Prey verantwortlich. Eine große Hilfe bei den Bränden 1929 und 1933 bedeutete die Entnahme des Löschwassers aus der 1902 eingerichteten Wasserleitung. Umso mehr verwundert es, daß sich die Plecher anfangs mit Händen und Füßen gegen diese segensreiche Einrichtung sträubten, aber sie befürchteten hohe Kosten, welche die Gemeinde in den Ruin treiben könnte.

In den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges wurden am 13. April 1945 während eines Fliegerangriffs Brandbomben auf Plech geworfen. Dabei fielen vier Wohnhäuser und drei Stallungen den Flammen zum Opfer. Eine Bekämpfung dieses Großbrandes war beinahe unmöglich, da die Wasserleitung kein Wasser gab, die im Jahr 1942 angeschaffte Motorspritze ausfiel, und der größte Teil der Wehrmänner um Kommandant Andreas Späth im Krieg war. Mädchen, Frauen und alte Männer bildeten Eimerketten. Durch diesen Einsatz konnte das Feuer auf seinen Herd beschränkt werden. Eine große Hilfe war dabei der Einsatz der Betzensteiner Motorspritze. Lücken in den Mannschaftsbestand haben die beiden Weltkriege geschlagen. Im ersten Weltkrieg verlor die Plecher Wehr 16 und im zweiten Weltkrieg 11 Kameraden. Nach dem Krieg wurde die Wehr vom Kommandanten Andreas Eckstein schrittweise ausgebaut und modernisiert.

Anläßlich des 90-jährigen Bestehens entschlossen sich die damaligen Wehrleute, eine Standarte als äußeres Zeichen der Kameradschaft in Auftrag zu geben. Die im Kloster in Michelfeld gefertigte Standarte wurde voll aus Vereinsmitteln bezahlt und kostete 444,70 Mark. Auf rotem Stoff wurde mit goldener Schrift und mit Eicheln und Eichenlaub verziert der Wahlspruch der Feuerwehren „Gott zur Ehr - dem Nächsten zur Wehr“ gestickt, während auf der anderen Seite auf weißem Stoff rund um die weiß-blauen bayerischen Rauten der Schriftzug „Freiwillige Feuerwehr Plech“ zu sehen ist. Das Gründungsjahr der Wehr 1865 und das Anschaffungsjahr 1955 sind ebenfalls vermerkt.


Wegen der nicht mehr zeitgemäßen Unterbringung im Leiternhaus, zog die Feuerwehr Mitte der 50er Jahre in das nicht mehr genutzte, gemeindliche Kommunbrauhaus um.



Im Jahr 1957 wurden ein Tragkraftspritzenanhänger und eine Tragkraftspritze der Firma Ludwig mit VW-Motor angeschafft.

Für die Kameraden um die Kommandanten Fritz Beyerlein und später Konrad Deinzer war dies ein weiterer Meilenstein in der Geschichte. Diese TS 8/8 half über 45 Jahre Brände zu bekämpfen und mußte schließlich Ende 2003 wegen fehlender Ersatzteile außer Dienst gestellt werden.

Als älteste Wehr des damaligen Landkreises Pegnitz feierte die Freiwillige Feuerwehr Plech unter der Regie ihres Kommandanten Karl Herrmann vom 21. bis 23. Mai 1965 ihr 100-jähriges Gründungsjubiläum verbunden mit dem 17. Kreisfeuerwehrtag. Am Festsonntag wurde von den Feuerwehren Plech, Ottenhof und Spies eine Alarm- und Schauübung abgehalten. Danach bewegte sich der Festzug mit rund 1.300 Personen aus nahezu 80 Vereinen und begleitet von drei Musikkapellen durch die geschmückten Straßen des Ortes.

Zu einem der traurigsten Tage seit dem Wirken der Plecher Wehr wurde der 14. Oktober 1968. Bei einem Brand des Anwesens Farnbauer in Plech konnte nicht verhindert werden, dass zwei Kinder in den Flammen umkamen. Auch 1973 wurde unsere Gemeinde von zwei Bränden heimgesucht. Einmal in der Gaststätte „Bocksberghaus“ in Ottenhof und einmal im Anwesen Böwer in Strüthof. Beide Male war unsere Wehr im Einsatz. In Zusammenarbeit mit einigen Nachbarwehren konnte man in Strüthof von einem Erfolg der Löscharbeiten sprechen, weil das Wohnhaus stark in Gefahr war und durch den aufopfernden Einsatz aller Wehrmänner gerettet werden konnte.

Im Mai 1979 ging für die Wehr ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung. Bürgermeister Fritz Schmidt überreichte Kommandant Fritz Zagel die Schlüssel des neuen Feuerwehrautos. Mit der Indienststellung des Tragkraftspritzenfahrzeuges konnte der bisher genutzte Anhänger ausrangiert werden.


TSF


Nachdem das alte Feuerwehrgerätehaus, an dem bereits einige Umbauten durchgeführt werden mußten, durch einen Kellereinsturz arg in Mitleidenschaft gezogen wurde, machte man sich in Plech Gedanken über einen Neubau. Als sich die Marktgemeinde entschloß, eine Mehrzweckhalle zu bauen, ergab sich die Möglichkeit, im Untergeschoß einen Feuerwehrbereich einzuplanen. Im Herbst 1988 war es dann soweit. Die Freiwillige Feuerwehr konnte ein beheiztes Gerätehaus mit zwei Stellplätzen, Geräteraum, Unterrichtsraum, Küche und Sanitäranlagen beziehen.


Gerätehaus 1988



Da die Anforderungen an die Feuerwehren ständig gestiegen sind, und um den Fortbestand der Wehr zu sichern, wurde 1984 eine eigene Jugendgruppe ins Leben gerufen. Somit bestand die Möglichkeit, ab dem 14. Lebensjahr in die Feuerwehr einzutreten und sich durch die Truppmannausbildung auf den aktiven Dienst vorzubereiten. Zu einem besonderen Tag in der Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Plech wurde der 6. Januar 1997. Mit Simone Schmidt wurde die erste Dame in die Reihen der Wehr aufgenommen. Neben der Teilnahme an den Jugendzeltlagern des Landkreises und dem jährlichen Wissenstest wurde neben der Deutsche Jugendleistungsspange auch das Bayerische Jugendleistungsabzeichen abgelegt. Besonders erfolgreich waren die Plecher Feuerwehranwärter bei den Leistungsmärschen der Inspektion 3. Insgesamt konnte vier Mal der erste Platz erreicht werden, davon drei Mal in Folge.

Vom 13. bis 16. Juli 1990 feierte die Wehr ihr 125-jähriges Bestehen. Auch dieses Mal wurde das Jubiläum zum Anlaß genommen, den Kreisfeuerwehrtag, des mittlerweile bedeutend größeren Landkreises Bayreuth, zu feiern. Über 140 Vereine und sieben Musikkapellen konnten am Festsonntag in Plech begrüßt werden.
Da das zunehmende Alter deutliche Spuren am Aussehen unserer Standarte hinterlassen hatte, wurde sie vor dem Fest von der Fahnenstickerei Kössinger aus Schierling mit original Materialien und entsprechend den historischen Stick- und Nähtechniken für rund 5.000 Mark restauriert. Mittlerweile gehören wir wegen unserer Standarte zwar mehr und mehr zu den Exoten unter den vielen Feuerwehren mit ihren teils prächtigen Fahnen, aber wir blicken alle bei jeder sich bietenden Gelegenheit mit Stolz auf unsere 50 Jahre alte und geschichtsträchtige Standarte.

Bei zwei größeren Scheunenbränden in der Marktgemeinde in den neunziger Jahren konnte durch tatkräftigen Einsatz der Wehr und unter Mithilfe der Nachbarwehren ein Übergreifen auf angrenzende Gebäude verhindert werden. Besonders schwierig gestaltete sich dies bei einem Brand im Jahr 1991, bei dem beiderseits des Brandherdes Wohngebäude direkt angebaut waren.
Nachdem im Jahr 1993 der Landesfeuerwehrverband Bayern wieder ins Leben gerufen wurde, gründete ein Teil der Feuerwehren des Landkreises, unter ihnen auch die Plecher Wehr, am 19. März 1994 den Kreisfeuerwehrverband Bayreuth. Der damalige Kreisbrandrat Ludwig Lauterbach aus Unterwaiz wurde zum Vorsitzenden gewählt.

Um den Anforderungen der heutigen Zeit gerecht zu werden, bei der die technische Hilfeleistung immer mehr in den Vordergrund rückt und bei Bränden mit der Gefahr von Atemgiften gerechnet werden muß, beschaffte die Gemeinde im Jahr 1999, zusätzlich zu dem mittlerweile 26 Jahre alten Tragkraftspritzenfahrzeug, ein Löschgruppenfahrzeug LF 8/6.


LF 8/6



Im August 1999 wurde das Fahrzeug, dass alle Anforderungen einer modernen Wehr erfüllt, an Kommandant Karlheinz Schmidt übergeben. Der Feuerwehrverein beteiligte sich mit 25.000 Mark an den Kosten für diese Beschaffung.

Mit dem neuen Fahrzeug kamen auch neue Aufgaben auf die Wehrfrauen und -männer zu. Es wurden Geräteträger benötigt. Eine Frau und elf Männer ließen sich zum Gerätträger ausbilden. In zahlreichen Übungen wurde der Umgang mit den neuen Geräten sowie mit Schere und Spreizer für die technische Hilfeleistung erlernt.

Durch eine Neuordnung des Alarmplans im Frühjahr 2000 ist die Freiwillige Feuerwehr Plech, zusammen mit den Feuerwehren Ottenhof/ Bernheck und Pegnitz, für die technische Hilfeleistung auf der Autobahn 9 zwischen den Anschlussstellen Hormersdorf und Weidensees zuständig. Mit Beginn des neuen Jahrtausends hatte damit auch für die Plecher Feuerwehr eine neue Zeitrechnung begonnen. Waren früher durchschnittlich fünf Einsätze pro Jahr zu verzeichnen, ist die Zahl inzwischen sprunghaft gestiegen und liegt mittlerweile zwischen 25 und 40.

Um diese Einsatzbereitschaft sicherzustellen, wurde der Wehr am 1. Mai 2006 ein neues Mehrzweckfahrzeug übergeben, welches das in die Jahre gekommene Tragkraftspritzenfahrzeug ersetzte.

Einer der tragischsten Einsätze der Wehr ereignete sich am 2. August 2008 auf der A9, als ein PKW-Fahrer in das vorschriftsmäßig an einer Unfallstelle abgestellte LF 8/6 schleuderte. Während die Plecher Feuerwehrleute mit einem Schock davon kamen, erlag der PKW-Fahrer kurze Zeit später im Krankenhaus seinen Verletzungen.

Um dem zunehmenden Nachwuchsmangel entgegenzuwirken, gründete man in Ergänzung zur etablierten Jugendfeuerwehr im Jahre 2012 eine Kinderfeuerwehr. Unter der Leitung von Kerstin Schöberl treffen sich hier aktuell ca. 40 Kinder im Alter von sechs bis elf Jahren, um sich spielerisch mit dem Thema Feuerwehr zu beschäftigen.

Derzeit leisten in Plech 53 Aktive, darunter 10 Frauen, unter der Führung von Kommandant Thomas Ferber und seinem Stellvertreter Marc Leinberger aktiven Dienst. Durch eine fortwährende Ausbildung und regelmäßige Übungen soll der Grundstein für erfolgreiche Einsätze gelegt werden gemäß unserem Leitspruch: „Gott zur Ehr`- dem Nächsten zur Wehr“.