Jahreshauptversammlung 2015



Frischer Wind weht in der Vereinsführung der Feuerwehr: Mit 46 von 48 möglichen Stimmen wählten die Kameraden Diana Marx (30) zur ersten Frau als Vorsitzende.

Nach 18 Jahren stellte ihr Vorgänger Georg Binder sein Amt zur Verfügung. Peter Heckel löst außerdem Andreas Heisinger als Stellvertreter ab. Und Sarina Roberts übernimmt das Amt der Schriftführerin von Simone Beckenbauer. Nur Konrad Schmidt bleibt für die nächsten sechs Jahre Kassier, da sich für diesen Posten kein Nachfolger fand, wie sich in der Hauptversammlung rausstellte. Vertrauensleute sind nun: Marco Beyerlein, Markus Pesahl, Marco Dresel und Nils Schiemann.

Bevor Binder abgelöst wurde, hob er nicht nur die Höhepunkte des vergangenen Vereinsjahres hervor. Von dem Gewinn des 150-jährigen Gründungsjubiläums müsse der Verein ungefähr 40 Prozent an Steuern abgeben. „Und was ist die Gegenleistung? Vorschriften für Hygiene, Sicherheit, Brandschutz und so weiter. Und wenn nur eine Kleinigkeit nicht passt, wird das Fest von den Behörden nicht genehmigt“, kritisierte er.  „Total gefreut“ habe sich Binder dann über die positiven Rückmeldungen der Gäste auf die Feierlichkeiten. Und auch Zahlen stellte er vor: 1400 Pizzen und 10.000 Liter Fassbiere wurden ausgeschenkt. „Das ist bei den Zulieferern rekordverdächtig“, erklärte Binder, zumal noch 4.000 Liter alkoholfreie Getränke hinzu kamen.

Als „arbeitsreiches, turbulentes Jahr“, bezeichnete der alte und neue Kassier Konrad Schmidt die vergangenen Monate. Die Buchungen, sowohl für Einnahmen als auch Ausgaben auf dem Feuerwehrkonto haben sich jeweils verdoppelt. Eine der größten Ausgaben stellte die Gage für die Musikgruppe „Dorfrocker“ dar: ein fünfstelliger Betrag. Mittwoch und Sonntag seien bei dem Fest die umsatzstärksten Tage gewesen, berichtete der Kassier. Der Überschuss in der Vereinskasse solle „sinnvoll eingesetzt“ werden, vor allem um die Marktgemeinde zu entlasten, erklärte Binder. Reinhold Meyer und Philipp Schmidt prüften die Kasse und erster bestätigte „hervorragende Arbeit“. Kassier und Vorstand wurden einstimmig von den 48 anwesenden Kameraden entlastet.

Was Kommandanten Thomas Ferber Sorgen bereitet, sind einige der Zahlen aus seiner Statistik, die er vorstellte: Die durchschnittliche Einsatzstärke während der Arbeitszeit beläuft sich auf fünf Personen. Doch dafür haben die Kameraden eine Lösung gefunden, welcher der Gemeinderat teilweise noch zustimmen muss: Zwei der Bauhofarbeiter sind (ehemalige) Feuerwehrleute und könnten notfalls mit ausrücken. Außerdem arbeitet der Waischenfelder Kommandant (Neubauer oder so, bitte googeln, ich habe keine Zeit mehr) in einem Plecher Unternehmen und stellte sich zur Verfügung. Applaus der Anwesenden folgte dieser Ankündigung Ferbers. Ihm sei wichtig, dass beide Fahrzeuge immer benutzt werden können, so der Plecher Kommandant. Denn: Bei vier Einsätzen stand kein Fahrer für das Löschfahrzeug 8/6 zur Verfügung. Ansonsten sei die durchschnittliche Mannschaftsstärke bei zehn.

Seit der vergangenen Hauptversammlung rückten die Plecher Feuerwehrleute zu 60 Einsätzen aus. Beispielsweise waren 40 davon Technische Hilfeleistung und 14 Brände, unter anderem der im Betzensteiner „Zeiserla“, der allen Einsatzkräften noch gut in Erinnerung ist. „Bei diesem – zum Glück nicht alltäglichen - Einsatz hat sich gezeigt, dass die Wärmebildkamera super ist“, so Ferber. Insgesamt sind es 1700 Stunden, die die 52 Wehrler, darunter zwölf Frauen, ehrenamtlich in Übungen, Lehrgängen und Einsätzen geleistet haben. Dazu kommen die Stunden der sechs Aktiven, die momentan den Führerschein für das Löschgruppenfahrzeug machen. Die Gemeinde bezahlt davon fünf zu je 1500 Euro. „Das war früher leichter, weil viele diesen Schein bei der Bundeswehr machen konnten“, ergänzte später Bürgermeister Karlheinz Escher.

Kommandant Ferber teilte mit, dass er stolz auf seine Kameraden sei, was den Digitalfunk angeht: „Ein großes Lob für euren Einsatz.“ Beeindruckt war er außerdem von der „gigantischen“ Helferzahl für das Feuerwehrfest, denn die Unterstützung kam nicht nur aus den Reihen der Wehr. „Es ist super, wie Plech zusammenhält.“

Jugendwart und Neu-Vertrauensmann Marco Beyerlein stellte seine Truppe vor: Sie besteht momentan aus zehn Jugendlichen, darunter sind vier Mädchen. Der Altersdurchschnitt beträgt 15,5 Jahre. Im vergangenen Jahr sind Sebastian Distler und Anna-Lena Wolf aus Eichenstruth eingetreten, weil es in ihrem Heimatdorf keine eigene Jugendfeuerwehr gibt. Neu dabei ist außerdem Lukas Ziegler aus Plech. In den Erwachsenen-Dienst sind Susann Kreuzer und Jan Fenske gewechselt.

Das durchschnittliche Alter in der Kinderfeuerwehr liegt bei 8,7 Jahren, berichtete Leiterin Kerstin Schöberl. Sie betreut immer am dritten Samstag im Monat - am Tag des Probealarms - 26 Kinder, davon 14 Jungs. Sie teilte den Anwesenden mit, dass im kommenden Jahr sieben Kinder zur Jugendfeuerwehr übertreten könnten. Zu den Aktivitäten im vergangenen Jahr zählte sie unter anderem den Besuch der Feuerwache in Bayreuth, die Sommer-Veranstaltung mit Riesen-Wasserrutsche am Zimmerberg und eine Übung mit dem Rettungssatz.

Das Fest zum 150-jährigen Bestehen der Plecher Wehr bezeichnete Bürgermeister Karlheinz Escher als „Wahnsinns-Werbung“ für die Marktgemeinde. Er werde von vielen Seiten darauf angesprochen. Außerdem lobte er die Ehrenamtlichen, die immer wieder beweisen, wie gut sie ihre Arbeit beherrschen: „Das funktioniert nicht nur innerhalb der eigenen Reihen, sondern auch, wenn ihr mit anderen Wehren zusammenarbeiten müsst.“

Den Kreisfeuerwehrtag, der in Plech stattfand, war Anlass für Kreisbrandrat Hermann Schreck, die Organisatoren ebenfalls zu loben: „Es war ein Fest der Superlative“, sagte er. Und fügte scherzend hinzu: „Obwohl es künftig keinen Kreisfeuerwehrtag mehr geben wird, wissen wir zumindest, dass ihr in 25 Jahren wieder die Veranstalter sein werdet. Ihr habt Standards gesetzt.“

Den Zuschuss für den Verkehrssicherungs-Anhänger, den die beiden Wehren der Marktgemeinde gemeinsam beantragt hatten, hat der Kreisrat „zu hundert Prozent“ beschlossen, der Kreistag solle diesen Beschluss noch absegnen, erklärte Schreck.

(Text: Nordbayersiche Nachrichten)