Jahreshauptversammlung am 24.11.2012

„Aufstehn, aufeinander zugehn, voneinander lernen miteinander umzugehn“. Dieses Lied gilt im übertragenen Sinn auch für  die Freiwillige Feuerwehr Plech und in besonderem Maße für die von Kerstin Schöberl ins Leben gerufene Kinderfeuerwehr. Im Alter zwischen sechs und elf Jahren treffen sich derzeit rund 27 Kinder, um in Zukunft die hehren Ziele der Floriansjünger verfolgen zu können. Denn die Erwachsenen leben ihnen vor, wie sinnvoll ehrenamtliche Hilfe gestaltet und die Stärkung des sozialen Handelns gefördert werden kann.
Bei der Hauptversammlung der Wehr im Gasthaus „Goldenes Herz“ stellte Kommandant Holger Zagel einen detaillierten Jahresbericht vor. 32 Mal (Vorjahr 29) wurden die Plecher Einsatzkräfte gerufen. Darunter waren elf Brände, 17 technische Hilfeleistungen und vier Sicherheitswachen. Zagel führte die zahlreichen Alarmierungen zurück auf die verfeinerten Richtlinien der neuen Integrierten Leitstelle in Bayreuth, den von der Wehr mitgeführten Defibrillator und die eigene Wärmebildkamera. Zwölf Einsätze fanden auf der Autobahn, 15 auf Gemeindegebiet und fünf in anderen Bereichen statt. Durchschnittlich konnten zehn Aktive zum Einsatz fahren, die Ausrückzeit betrug rund vier Minuten.
Die nötige Qualifikation eigneten sich die Wehrleute bei den monatlichen Übungen, einem Erste-Hilfe-Kurs, bei Veranstaltungen des Unterkreises sowie durch Leistungsprüfungen an. Spezielle Lehrgänge besuchten unter anderen die Kommandanten Holger Zagel und Thomas Ferber im Hinblick auf die Einsatznachbearbeitung. Patientengerechte Rettung übten vornehmlich Marco Dresel-Lieber und Felix Rettner, Schneide- und Spreiztechnik Marco Beyerlein und Frederic Schönleben. Als Einsatzleiter bildeten sich Kerstin Schöberl und Andreas Heisinger weiter. Vier Einsatzkräfte absolvierten ein Fahrsicherheitstraining, drei nahmen am Maschinisten- und zwei am Atemschutzlehrgang teil. Derzeit setzt sich die Wehr aus 46 Aktiven (darunter acht weiblich) zusammen. Das Durchschnittsalter liegt bei 30, die durchschnittliche Dienstzeit bei 14 Jahren. Dienstgrade sind drei Leiter einer Feuerwehr und acht Gruppenführer.
Aufgeschlüsselt gibt es 20 Atemschutzgeräteträger, 20 Maschinisten und 28 Sprechfunker. 32 haben eine Defi-Unterweisung und 23 den Führerschein für das Löschfahrzeug. Insgesamt errechnete der Kommandant fast 3200 Stunden für den Dienst am Nächsten.
Für 4300 Euro beschaffte die Kommune Ausrüstungsgegenstände.
Für zehnjährige Hilfe bekam Kerstin Schöberl, für 20 Jahre Marco Dresel-Lieber und für 30 Jahre Konrad Schmidt das entsprechende Ärmelabzeichen. Marco Beyerlein und Sebastian Schmidt wurden für viermalige Teilnahme am Wissenstest mit Urkunden belobigt. Für 25-jährige aktive Dienstzeit bekamen Robert Schönhöfer und Holger Zagel Urkunde und Ehrenzeichen des Freistaates. Paul Ertel, Jörg Fiedler und Jürgen Schweighöfer sind seit 25 Jahren im Verein, Hans Roth gar seit 60 Jahren.
Im Februar 2013 gibt es in Plech einen Funklehrgang. Am 25. Mai ist Leistungsprüfung und am 2. Juni „Tag der offenen Tür“.
Von 48 Ausbildungsterminen mit 82-prozentiger Beteiligung berichtete Jugendwart Thomas Ferber. Sebastian Schmidt, Marco Beyerlein und Frederic Schönleben wurden in die Reihen der volljährigen Aktiven übernommen. Mit unterschiedlichem Erfolg beteiligte man sich am Jugendleistungsmarsch in Reizendorf, der „Jugendflamme“ in Bad Berneck und am CTIF in Pegnitz. Für 2013 hat man die Bayerische Jugendleistungsprüfung, den Leistungsmarsch und die „Jugendflamme“ der Stufe 2 im Visier.

Auf ein eher ruhiges Jahr blickte der Feuerwehrverein bei seiner Hauptversammlung zurück. Höhepunkte waren nach Vorstand Georg Binder der Umsatzrekord in der Bar anlässlich der gemeinsamen Faschingsfeier mit dem MSC und dem Sportverein.
Vier Altpapiersammlungen mit insgesamt 40 Tonnen Wertstoff wurden zusammen gekarrt. Am Kirchweihmontag war man von der Gemeinde mit der Versorgung der Gäste auf dem Gottvaterberg beauftragt.
Der Ausflug mit vielen Kindern führte ins Fichtelgebirge.
Für 2013 sind die turnusmäßigen Papiersammlungen an jedem 1. Samstag im Quartal bereits fest terminiert. Der Faschingsball der Vereine mit „Dingl Dangl & Friends“ ist am 9. Februar, der Kameradschaftsabend bei der Ilse bereits am 18. Januar und die Leistungsprüfung am 25. Mai. Das Weinfest mit dem Gesangverein ist noch in der Schwebe.
Nach dem Motto: „Was du heute kannst besorgen“ denkt die Vereinsführung bereits an den Kreisfeuerwehrtag vom 4. bis 7. Juni 2015 in Plech. Das Zelt wird in der Blähwiese aufgestellt, die umliegenden Landwirte signalisieren Entgegenkommen. Im Dezember trifft man sich mit einer Künstleragentur.
Nach den Worten von Schatzmeister Konrad Schmidt steht der Verein finanziell auf zwei gesunden Füßen. Reinhold Meyer holte für die Revisoren einstimmige Entlastung ein.
Respekt zollte den Aktiven Vizebürgermeisterin Renate Pickelmann. „Die Wehr ist in der Bevölkerung anerkannt“, resümierte sie und hob besonders die physische Belastung beim Einsatz des Defi heraus. Zum Thema Anbau des Gerätehauses ist nach Pickelmann eine für beide Seiten tragfähige Lösung gefunden. Die angebotenen Eigenleistungen der Aktiven werden natürlich dankend angenommen. Man will nach der Baugenehmigung die Arbeiten zügig angehen und im Rahmen der Umsetzung des Sicherheitskonzeptes zwei Fliegen mit einem Schlag treffen.
Nach den Ausführungen von KBI Adolf Mendel ist der digitale Funk stark im Kommen, die Förderung aber noch nicht endgültig ausgefeilscht. „Bei der Jugendarbeit beziehungsweise bei der Kinderfeuerwehr ist Plech auf dem richtigen Weg, versicherungstechnisch ist alles klar“, fuhr er fort und lud zu den Veranstaltungen der Ausbildungsinspektion ein. „Plech hat eine rührige Wehr“ lobte Mendel die Bewältigung der Einsätze mit den Nachbarn aus Ottenhof als vorbildlich und dankte den zahlreich anwesenden Gemeinderäten für die reibungslose Zusammenarbeit.

(Text aus den Nordbayerischen Nachrichten)