Katastrophenübung in Leupoldstein am 16.06.2007
Seit drei Monaten planten die Kreisbrandräte Herman Schreck und Reinhardt Polster die Übung. Ihr Szenario: Ein Schulbus mit 30 Kindern verunglückt auf der B 2 in der Ortsmitte von Leupoldstein. Dabei stürzt der Bus um, wobei der Tank eines mit Dimethylcyclohexylamin beladenen Gefahrgutlastzug beschädigt wird. Die hochbrennbare und ätzende Flüssigkeit läuft in den Ort. In Folge des Zusammenstoßes und einer Explosion werden Gebäude zerstört. Häuser brennen. Rund 300 Mitwirkende sorgten in Leupoldstein für einen Ausnahmezustand.

Hintergrund der Übung war es, die grenzüberschreitende Zusammenarbeit der Helfer zu erproben. Während die Verletzten von den Jugendfeuerwehren aus Dormitz, Igensdorf, Wiesenthau, Affaltertal und dem THW Forchheim gestellt wurden, war das THW Baiersdorf und das THW Kirchehrenbach mit der Vorbereitung des verunglückten Busses und des Tanklastzuges beschäftigt.

Um 13.30 Uhr wurde der Alarm ausgelöst. Insgesamt 20 Feuerwehren aus dem Landkreis Bayreuth sowie die Wehren von Obertrubach, Hiltpoltstein, Gräfenberg aus dem Landkreis Forchheim und das THW Pegnitz wurden zu der nicht bekannten Alarmübung gerufen. Die Rettungsleitstellen aus Bayreuth, Bamberg und Nürnberg wurden ebenfalls verständigt. So trafen Rettungsfahrzeuge aus Pegnitz, Auerbach, Schnaittach, Gräfenberg und Waischenfeld ein. Verstärkt wurden sie durch die BRK-Schnelleinsatzgruppen aus Pegnitz und Ebermannstadt.

Vor Ort bildete die örtliche Einsatzleitung sechs Einsatzabschnitte. Nachdem als erstes die Menschen gerettet wurden, die sich in akuter Gefahr befanden, galt es, den verunglückten Gefahrgutlastzug zu sichern. Unter Chemieschutzanzügen dichtete ein Angriffstrupp das Leck am Tank ab. Zeitgleich wurde eine 3000- Meter-Förderleitung zum Betzensteiner Freibad gelegt, um ausreichend Löschwasser zu bekommen.

Insgesamt kamen zehn Trupps mit schweren Atemschutz und drei Trupps mit Chemievollschutzanzügen zum Einsatz. Währenddessen richteten die Sanitätseinheiten am Ortsende von Leupoldstein bereits einen Verbandsplatz ein und begannen mit der medizinischen Notfallversorgung der Verletzten.

Gegen 16 Uhr wurde die Einsatzübung beendet. In einem kurzen Abschlussgespräch mit den beiden Kreisbrandräten zeigten sich diese zufrieden über den Verlauf der Übung und den Einsatz der beteiligten Helfer.

Eine Manöverkritik mit allen Beteiligten soll in den nächsten Tagen folgen. Die Bundesstraße war in Leupoldstein auf Grund der Übung ganztägig gesperrt.

Text aus den Nordbayerischen Nachrichten vom 18.6.2007