Jahreshauptversammlung am 21.11.2009

Von gesunkenen Einsatzzahlen berichtete die Feuerwehr bei ihrer Hauptversammlung im Gasthaus «Zur Traube». Nach Angaben von Kommandant Holger Zagel waren 16 Einsätze (im Vorjahr 28) zu bewältigen. Darunter waren drei Fahrzeugbrände, acht technische Hilfeleistungen, vier Sicherheitswachen und ein Fehlalarm.
Im Einzelnen handelte es sich bei den Hilfeleistungen um vier Hochwassereinsätze, eine Ölspur und drei Unfälle mit einem Toten und fünf Verletzten.
Eingesetzt waren im Durchschnitt zehn Aktive, die Dauer der Einsätze wurde mit 90 Minuten angegeben. Die Ausrückzeit lag bei vier Minuten. Insgesamt leisteten die 46 Wehrleute (darunter acht Damen) im Durchschnittsalter von 29 Jahren und einer Dienstzeit von 13 Jahren 370 Einsatzstunden.
Übungen, Lehrgänge und Jugendarbeit eingeschlossen ergab es 3323 Gesamtstunden für den Dienst am Nächsten.
Der Ausbildungsstand weist neben den Wehrführern sieben Gruppenführer, acht Truppführer, 18 Gerätträger, 18 Maschinisten, zwölf Motorsägenführer und 29 Sprechfunker aus.
20 Floriansjünger sind an den Frühdefibrillatoren eingewiesen und 24 haben den Führerschein für das Löschfahrzeug.
Bei auswärtigen Seminaren wurden die Kommandanten Holger Zagel und Thomas Ferber geschult. Darüber hinaus stand Fahrsicherheitstraining, patientengerechte Rettung, Schneide- und Spreiztechnik sowie die Unterstützung der Einsatzleitung, aber auch die Leistungsprüfung «Wasser» mit drei Gruppen im Terminplan.

Abzeichen vergeben
Seit zehn Jahren leisten Anna Bergmann, Stefan Herrmann und Stephan Rettner aktiven Dienst, seit 20 Jahren Harald Schöberl. Für sie gab es die entsprechenden Ärmelabzeichen ebenso wie für die neuen Maschinisten Sebastian Richter und Nils Schiemann. Den Atemschutzlehrgang belegen derzeit Marleen Wagner, Patrick Ernst und Sebastian Richter. Neuer Motorsägenführer ist Stephan Rettner.
Im nächsten Jahr gibt es monatlich mindestens eine Übung. Darüber hinaus stehen ein Erste-Hilfe-Kurs, der Jugendleistungsmarsch in Spies und die Leistungsprüfung THL am 12. Juni an. Thomas Ferber absolviert den Lehrgang «Leiter einer Feuerwehr» und Markus Pesahl den «Gruppenführer».
Neben den obligatorischen Ersatzbeschaffungen durch die Kommune steht für 7000 Euro eine Wärmebildkamera (Spendenstand: 600 Euro) und ein Vordach am Gerätehaus auf der Wunschliste. KBI Adolf Mendel appellierte an die Jugend, den Vorbildern nachzueifern. Weitere Themen seiner Ausführungen befassten sich mit der integrierten Leitstelle für Bayreuth und Kulmbach, der neuen Führerscheinregelung für Einsatzfahrzeuge und den geplanten Änderungen zur Leistungsprüfung THL.

Ehrungen
Für 25 Jahre Dienst ehrte Mendel gemeinsam mit Bürgermeister Karlheinz Escher anschließend Vorstand Georg Binder, seinen Stellvertreter Andreas Heisinger, Rainer Schweighöfer und Theo Reichel. Der Verein steuerte ein Bierkrügel bei. An Klaus Roth wird die Ehrung wegen Verhinderung nachgereicht.

Drei mit Ehrenkreuz
Mit Harald Schöberl, dem Ausbildungsinspektor des Landkreises Bayreuth, verlieh Mendel das Ehrenkreuz des Kreisfeuerwehrverbandes an Karlheinz Schmidt, Georg Binder und Holger Zagel. Alle drei dienen der Wehr seit ihrer Jugend in verantwortlichen Positionen und sind vor allem in Einsatz und Verwaltung fit.
Schließlich würdigte Vorstand Georg Binder noch die 60-jährige Verbundenheit von Ernst Stark und Hans Leißner zum Verein. Helmut Herrmann brachte es bereits auf 40 Jahre und Altbürgermeister Alois Kreuzer auf 25 Jahre.
Zu guter Letzt trat der ehemalige Kommandant Karlheinz Schmidt gelegentlichen Andeutungen entgegen, die gemeindlichen Feuerwehren arbeiteten nicht Hand in Hand. Dies entbehre jeder Grundlage. Man ergänze sich dagegen in allen Bereichen.

Neuwahlen
Die Feuerwehr hat mit den turnusmäßigen Neuwahlen die Weichen für die nächsten sechs Jahre gestellt. Alle bisher verantwortlichen Funktionäre wurden mit großer Mehrheit wiedergewählt.
Vorausgegangen war eine mit dem Notar abgesprochene Satzungsänderung, bei der einige Passagen modernisiert und damit den üblichen Gepflogenheiten angepasst wurden.
Die angepeilte Zwei-Drittel-Mehrheit wurde mit 33 von 43 möglichen Stimmen erreicht. Unter der Wahlleitung von Bürgermeister Karlheinz Escher, seiner Stellvertreterin Renate Pickelmann und der Gemeinderätin Traudl Pesahl war selbst die geheime Wahl rasch abgehakt.
Vorsitzender bleibt wie seit zwölf Jahren Georg Binder, sein Stellvertreter ist Andreas Heisinger. Kassenwart wurde erneut Konrad Schmidt, Schriftführerin Simone Schmidt. Als Revisoren machen Philipp Schmidt und Reinhold Meyer weiter.
Neben den zwei Kommandanten komplettieren die Vertrauensleute Markus Pesahl, Marc Leinberger, Karlheinz Schmidt und Rainer Schweighöfer den Vorstand. Ihm obliegt es jetzt, rechtzeitig die Weichen für das 150. Gründungsfest im Jahr 2015 zu stellen.

Altpapier bringt Geld
In seinem Jahresbericht streifte Binder vor zahlreichen Ehrengästen noch einmal die Aktionen des Vereins. Höhepunkte waren Faschingsball, Tag der offenen Tür und das gelungene Weinfest. Eine potenzielle Einnahmequelle bleibt auch im kommenden Jahr die vierteljährliche Papiersammlung mit einem Sammelergebnis von durchschnittlich rund 40 Tonnen.
Bei guten Vorschlägen gibt es wieder einen Ausflug und zur Leistungsprüfung einen Kameradschaftsabend. Finanziell steht der Verein auf zwei gesunden Füßen. Schatzmeister Konrad Schmidt sowie die gesamte Vorstandschaft bekamen einstimmige Entlastung erteilt.
Den Bericht der Jugendgruppe mit 53 Terminen trug Adjutant Thomas Ferber vor. Bürgermeister Karlheinz Escher bezeichnete die Jahresversammlung als eine gute Gelegenheit, den Dank der Kommune auszusprechen, besonders für die freiwilligen Leistungen der Wehr.
«Der Gemeinderat steht hinter euch, die Unterstützung bleibt», resümierte er und nannte die Rückzahlung der nachträglich abgelehnten staatlichen Fördererquote für das Mehrzweckfahrzeug eine leidvolle Angelegenheit.
Im Hinblick auf die künftige Schlauchpflege werden laut Gemeindechef derzeit auswärtige Angebote sondiert. Eine gelegentliche Begehung der Gebäude im neuen Gewerbegebiet hält Escher für sinnvoll. Bereits eingangs der Versammlung gedachte man in einer Schweigeminute der bereits verstorbenen Kameraden.
(Text aus den Nordbayerischen Nachrichten vom 23. und 24.11.2009)